Schulbegleitung bei FASD

FASD (Fetale Alkoholspektrumstörung) ist eine angeborene Schädigung des Gehirns, die man dem Kind nicht ansieht – und die deshalb oft missverstanden wird. Was wie Unwillen, Faulheit oder absichtliches Stören wirkt, ist häufig die Folge einer dauerhaften Beeinträchtigung von Steuerung, Gedächtnis und Reizverarbeitung. Mit dem richtigen Verständnis und verlässlicher Begleitung kann Ihr Kind im Schulalltag deutlich besser ankommen.

Kostenloses Beratungsgespräch So läuft die Beantragung

Wie sich FASD im Schulalltag zeigt

FASD wirkt unsichtbar und zeigt sich bei jedem Kind anders – diese Muster begegnen uns besonders häufig:

  • Impulskontrolle: Reaktionen kommen sofort und ungebremst – das Kind handelt, bevor es überlegen kann, und bereut es oft selbst hinterher.
  • Arbeitsgedächtnis: Gestern Gekonntes ist heute wie verschwunden. Gelerntes hält nicht zuverlässig, Anweisungen mit mehreren Schritten gehen unterwegs verloren.
  • Reizfilterung & Überforderung: Lärm, Bewegung und viele Eindrücke lassen sich kaum ausblenden – das Kind ist schnell überflutet und „dicht“.
  • Soziale Naivität & Grenzen: Das Kind ist offen und vertrauensselig, versteht aber Regeln, Konsequenzen und Distanz oft nicht und gerät dadurch leicht in schwierige Situationen.
  • Struktur & Wiederholung: Ohne enge, gleichbleibende Abläufe und viele Wiederholungen verliert das Kind die Orientierung.
  • Tagesform: Was an einem Tag gut klappt, kann am nächsten unmöglich sein – die Schwankungen sind groß und nicht „anerzogen“.

Wie unsere Begleitung unterstützt

Wir setzen am Verständnis für FASD an und nehmen Druck aus dem Alltag – so viel Unterstützung wie nötig, so wenig wie möglich:

  • Enge, verlässliche Struktur: Gleichbleibende Abläufe, klare Schritte und sichtbare Orientierung geben Halt, wo das Gedächtnis nicht trägt → Strukturierung
  • Druck herausnehmen: In Überforderungs- und Konfliktmomenten reagieren wir ruhig und deeskalierend, statt zu fordern oder zu strafen → Low-Arousal & Deeskalation
  • Verständnisvolle, traumasensible Haltung: Wir deuten Verhalten als Folge der Schädigung, nicht als Böswilligkeit – und begegnen dem Kind mit Geduld und ohne Beschämung → Traumasensible Begleitung
  • Selbstständigkeit in kleinen Schritten: Wir üben Handlungen in winzigen, oft wiederholten Einheiten, damit Ihr Kind Schritt für Schritt eigenständiger wird → Selbstständigkeit fördern
  • Selbstständigkeit als Ziel: Wir ziehen unsere Hilfe zurück, sobald Ihr Kind sie nicht mehr braucht.

Rechtsgrundlage & Antrag

FASD wird im Schulkontext meist als (drohende) seelische Behinderung eingeordnet – dann ist das Jugendamt zuständig (§ 35a SGB VIII). Liegt zusätzlich eine geistige Behinderung vor, ist die Eingliederungshilfe beim Sozialamt der richtige Weg (§ 112 SGB IX). Welcher Träger im Einzelfall zuständig ist, klären wir gemeinsam – und begleiten Sie durch den Antrag.

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Qualifikation unserer Begleiter:innen

Unsere Schulbegleiter:innen durchlaufen ein mehrstufiges Auswahlverfahren und werden in unserer eigenen Splash-Academy geschult. Für FASD bereiten wir gezielt auf das unsichtbare Wesen der Schädigung vor – auf den Umgang mit Gedächtnis- und Impulsproblemen, mit Überforderung und mit den großen Tagesform-Schwankungen.

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Häufige Fragen

Mein Kind „kann es doch eigentlich“ – warum klappt es trotzdem nicht?

Bei FASD ist das Wissen oft vorhanden, aber der Abruf und die Steuerung sind beeinträchtigt. Gelerntes „verschwindet“ und kommt unter Druck nicht zuverlässig zurück. Das ist kein Unwille, sondern Teil der Schädigung – und genau hier setzt die Begleitung mit Struktur und Wiederholung an.

Verschwindet FASD mit der Zeit?

FASD ist eine angeborene, bleibende Schädigung. Sie lässt sich nicht „wegtrainieren“, aber mit verlässlicher Unterstützung, passenden Strukturen und einem verständnisvollen Umfeld kann Ihr Kind viel besser zurechtkommen.

Warum sind die Tage so unterschiedlich?

Starke Tagesform-Schwankungen gehören zum Bild von FASD. Wir stellen uns flexibel darauf ein, nehmen an schwierigen Tagen Druck heraus und nutzen gute Tage, ohne das Kind zu überfordern.

Wird mein Kind dadurch abhängig von der Begleitung?

Nein. Unser Ziel ist Selbstständigkeit. Wir geben so viel Unterstützung wie nötig und ziehen uns Schritt für Schritt zurück, sobald Ihr Kind eine Situation allein bewältigen kann.

Mein Kind ist sehr offen und vertrauensselig – kann die Begleitung dabei helfen?

Ja. Soziale Naivität und Schwierigkeiten mit Grenzen sind typisch. Wir begleiten in sozialen Situationen, machen Regeln und Konsequenzen verständlich und schützen Ihr Kind vor Situationen, die es noch nicht überblicken kann.

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Diese Seite dient der Information und ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung. Ob eine Schulbegleitung geeignet und bewilligungsfähig ist, entscheidet der zuständige Kostenträger im Einzelfall.

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