Emotionsregulation
Viele Kinder erleben Gefühle als überwältigend. Emotionsregulation heißt: Gefühle erkennen, benennen und Schritt für Schritt selbst steuern lernen – mit uns als ruhigem Gegenüber.
Wann wir sie einsetzen
Wir setzen Emotionsregulation überall dort ein, wo starke Gefühle den Schulalltag überrollen – wenn Wut, Angst oder Überforderung so groß werden, dass Mitmachen und Lernen in den Hintergrund treten. Das betrifft häufig Kinder mit Schulangst, mit Auffälligkeiten in der emotional-sozialen Entwicklung oder mit ADHS, bei denen Impulse und Anspannung schwer steuerbar sind.
Wie wir sie anwenden
- Gefühle benennen und einordnen: Wir helfen dem Kind, in Worte zu fassen, was gerade da ist – „Du bist gerade richtig wütend“ – und ordnen das Gefühl ein, statt es zu bewerten.
- Frühwarnzeichen früh erkennen: Wir achten auf die ersten Anzeichen – ballende Fäuste, schnellerer Atem, Unruhe – damit wir handeln können, bevor die Anspannung kippt.
- Konkrete Strategien einüben: Wir trainieren beobachtbare Werkzeuge: eine kurze Pause, bewusstes Atmen, ein verabredeter Ortswechsel an einen ruhigen Platz.
- Co-Regulation: Erst beruhigen wir mit – durch ruhige Präsenz, Stimme und Haltung; mit der Zeit übernimmt das Kind diese Schritte zunehmend selbst.
- Ruhig nachbereiten statt bestrafen: Später schauen wir gemeinsam und ohne Vorwurf zurück – was war los, was hat geholfen, was probieren wir das nächste Mal?
Warum das wirkt
Selbstregulation entsteht über Co-Regulation: Kinder lernen, sich selbst zu beruhigen, indem sie zunächst von einem ruhigen Gegenüber begleitet werden. Und wer Gefühle benennen kann, kann sie auch besser einordnen und steuern – aus einem diffusen Sturm wird etwas Greifbares. Unser Vorgehen orientiert sich an anerkannten Ansätzen aus der Entwicklungspsychologie. Dabei gilt: so viel Unterstützung wie nötig, so wenig wie möglich – damit das Kind Schritt für Schritt in die eigene Steuerung hineinwächst.
Das lässt sich lernen. Genau das vermitteln wir in unserer Weiterbildung – fundiert und praxisnah.